Zentralisiertes Arbeiten auf dem weltgrößten Parkfriedhof
Wie ein neuer Betriebshof die Organisation für Hunderte Gärtnerinnen und Gärtner erleichtert – und der größte Parkfriedhof der Welt damit ein echtes Upgrade erhält.
Der Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf ist mit knapp 390 ha Fläche der größte Parkfriedhof der Welt. Er wurde vor etwa 150 Jahren eröffnet und steht heute als zusammenhängendes Ensemble unter Denkmalschutz. Seine Funktion als Naturraum und Treffpunkt für die Bevölkerung in der immer dichter werdenden Stadt gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Die gärtnerische Pflege übernehmen rund 220 Mitarbeitende, die heute über sieben Reviere und diverse Gebäude im Gelände verteilt sind. Künftig sollen sie alle in einem zentralisierten Betriebshof zusammenkommen: mit Personalgebäude, Werkstätten, Lagern und Fahrzeughallen.
Die begrünten Erdwälle, die den Betriebshof visuell vom Friedhof trennen, werden erhalten und nördlich erweitert — die Pflege bleibt unsichtbar, der Park bleibt Park. Das Gelände gliedert sich in zwei Bereiche: westlich Multifunktionshalle und Personalgebäude, östlich die Freilager. Die Gebäude rahmen großzügig einen gemeinsamen Hof, der zur Meile des täglichen Betriebs wird.
Eine bereits bestehende Halle bleibt in ihrer tragenden Struktur erhalten und wird erweitert. So entsteht ein 145 Meter langes Gebäude, das im Osten die Fahrzeuge und im Westen die Lager und Werkstätten aufnimmt — über die gesamte Länge beidseitig befahrbar. Aus alter Substanz und neuem Anbau formt sich ein durchgehender Werkstattbau, der den operativen Alltag deutlich optimiert.
An der nördlichen Grundstücksgrenze entsteht das zweigeschossige Personalgebäude als Holzhybridbau. Ein zentraler Treppenraum erschließt vier Funktionsbereiche: im Erdgeschoss die Umkleiden, die Räume der Gärtnerei und des betrieblichen Gesundheitsmanagements; im Obergeschoss die Büros und die Kantine. Zwei große Terrassen erweitern Kantine und Besprechungsräume nach außen — luftige Pausenflächen mit Blick über den Park, der hier täglich gepflegt wird. Holzoberflächen an Decken und Wänden geben den Räumen eine warme und natürliche Atmosphäre – so entsteht die Verbindung von Innen und Außen.
„Die grundsätzliche Trennung der Personalbereiche und der Funktions- und Lagerflächen erzeugt eine große Freiheit und eröffnet viele Ausgestaltungsmöglichkeiten. Der Entwurf bietet viele Möglichkeiten und das Sozialgebäude zeugt von der besonderen Wertschätzung der Mitarbeitenden, die in diesem Konzept in den Fokus gestellt werden.“
Juryprotokoll, 1. Preis Beschränkter Wettbewerb