Modernes Verwaltungsgebäude im Potsdamer Forst
Wie sich ein schlichter Verwaltungsbau subtil im Potsdamer Forst tarnt – und im Innern mit einem der modernsten Rechenzentren Europas überrascht.
Der Potsdamer Forst — nur einen Steinwurf vom Zentrum Potsdams und vor den Toren Berlins gelegen — bietet ideale Voraussetzungen als Standort für einen Wetterdienst. Darum stand hier schon zu DDR-Zeiten ein Bau, der Wetterdaten sammelte und auswertete. Nur technisch war er längst nicht mehr auf der Höhe der Zeit, darum wurde entschieden, diesen abzubrechen und am selben Ort einen Neubau zu errichten: Inmitten dieser besonderen Natur steht nun ein Gebäudekomplex, der sich äußerlich zurückhaltend in seine Umgebung einfügt und im Innern mit einem der modernsten Rechenzentren Europas ausgestattet ist.
Eine Struktur aus drei versetzten, höhengestaffelten Baukörpern wahrt den Maßstab zum umgebenden Wald und fügt sich zurückhaltend zwischen die Vegetation. Hinter dem Haupteingang öffnet sich der 70 Meter lange Wetterboulevard: Er verbindet alle Nutzungen und verknüpft sie mit dem Außenraum, dient als Empfangsbereich und ist zentraler Begegnungsort für Mitarbeitende und Besucher. In ihn münden Konferenz- und Veranstaltungsräume ebenso wie die Cafeteria. Sein Ende markiert der 25 Meter hohe Antennenturm, der als Landmarke dient, und von dessen Aussichtsplattform man einen weiten Blick über den Potsdamer Forst genießen kann.
Die Organisation des Hauses fußt auf dem Prinzip kurzer Wege zwischen Verwaltung, Service, Logistik und Rechenzentrum. Über den zentralen Treppenkern erschließen sich alle Ebenen; ein Luftraum hält die vertikalen Blickverbindungen offen. Verglaste Konferenz- und Besprechungsräume transportieren die Idee von Offenheit und Transparenz des Gebäudes.
Die Büros mit ständigen Arbeitsplätzen sind alle nach außen orientiert und öffnen sich mit maximal freiem Blick in den Wald. Technikräume, die keinen ständigen Aufenthalt erfordern, finden sich komprimiert im Kern des Baus. Die Kreuzungspunkte der Flure weiten sich zu möblierten Inseln und werden zu Orten des Austauschs. Die massiven Sichtbetonwände des Wetterboulevards wurden aus 18 Meter langen Schalungswänden gegossen. Naturbelassene Oberflächen, wie echtholzfurnierte Einbauten, helle Bodenbeläge und weiße Wandanstriche, ergänzen die Materialität und schaffen ein lichtes, ruhiges Raumklima.
„Unsere neue Niederlassung am traditionsreichen Standort in Potsdam ist architektonisch ein Hingucker. Sie bietet endlich auch für alle Beschäftigten zeitgemäße Arbeitsplätze. Zugleich können wir mit integrierten Kommunikationsräumen auch moderne Arbeitsformen wie Team- und Projektarbeit stärken.“
Pressemitteilung, Deutscher Wetterdienst
Die Fassade ist die zentrale Erzählung: Hellbronze-bandbeschichtete, individuell gefaltete Aluminiumpaneele bekleiden die geschlossenen Felder; die großflächige Verglasung spiegelt den dichten Baumbestand – so löst sich das Gebäude in seiner Umgebung auf. Aus dem Forst gesehen wird der Bau zur Camouflage — eine Hülle, die das Licht des Waldes aufnimmt und zurückgibt. Die zurückhaltende Farbgebung ist mit der UNESCO-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ abgestimmt – der Antennenturm gilt als Landmarke und steht im Blickbezug zu anderen bedeutenden Erhebungen der Stadt Potsdam.
Wasserbrunnen, Spiegel, skulpturale Schaumessobjekte, Bänke und alter Baumbestand verwandeln den Vorplatz in ein Freiluftwetterlabor. Mitarbeitende und Besucher finden hier einen Erholungsort und zugleich einen kleinen Beobachtungsraum — das Wetter wird zum Erlebnis, bevor man das Gebäude betritt. Besonders für Schulklassen, die bei einem Besuch interaktiv und praktisch viel lernen können, sind die Außenraumlabore ein echtes Highlight. Damit haben wir das Thema Wetter aus dem Gebäude geführt und draußen erlebbar gemacht.