Unterm Sternenhimmel

Unterm Sternenhimmel

Gymnasiumserweiterung mit Sternwarte und Beobachtungsterrasse

Projektname Erweiterung Einstein-Gymnasium
Jahr 2020
Ort Neuenhagen bei Berlin
Preise 1. Preis, Beschränkter Wettbewerb
Erweiterung Einstein-Gymnasium

Wie ein Gymnasium seinen Bestand aus zwei Jahrhunderten neu ordnet — und den Schülerinnen und Schülern auf dem Dach den Sternenhimmel öffnet.

Erweitert und sortiert

Der über 100 Jahre alte Schulbau der Gemeinde Neuenhagen bei Berlin wurde über die Jahrzehnte hinweg mehrfach durch verschiedene Anbauten erweitert; mit der Zeit entstand so eine verschachtelte, unklare Gebäudestruktur. Mit wachsenden Schülerzahlen reichte der Bestand nicht mehr aus. Gesucht war eine Lösung, die mit einfachen Maßnahmen eine zeitgemäße Lernumgebung schafft und zugleich den Schulbau ordnet: Erweiterung, Neuorganisation und Beruhigung in einem Zug.

Eine Klammer für den Bestand

Für die Schaffung eines großzügigen Pausenhofs und einer einladenden Eingangssituation wurde ein Teil des Bestands abgerissen. An seine Stelle tritt der Neubau: ein schmaler, kompakter Riegel mit klaren Raumkanten, der als Klammer wirkt und den dreigeschossigen Altbau aus dem Jahr 1909 mit der zweigeschossigen Erweiterung von 2002 nahtlos verbindet. Die jüngere Erweiterung wurde im Zuge der Maßnahme um ein weiteres Geschoss in Holzbauweise aufgestockt; drei Zeiten werden so zu einer Adresse.

Das Foyer als Wegweiser

Im Erdgeschoss bildet das großzügig verglaste Foyer den neuen Haupteingang. Ausgestattet mit großen und kleinen Sitzinseln öffnet es sich als Kommunikations- und Begegnungsort. Hier befindet sich auch die Mensa, die mittels großer Schiebeelemente flexibel mit dem Foyer zu einem multifunktional nutzbaren Saal zusammengeschlossen werden kann. Ein ikonischer, offener Treppenraum verbindet alle Geschosse, organisiert das Gebäude und führt — sichtbar und einladend — bis hinauf aufs Dach zur Sternwarte. Ein Orientierungs- und Leitsystem hilft beim Wegefinden.

Auf dem Dach öffnet sich der Himmel

Über den Treppenraum gelangt man auf das Dach des Neubaus — und findet dort das eigentliche Highlight: die Sternwarte. Im Zentrum der Dachterrasse öffnet sich ihre Kuppel für Beobachtungen des Nachthimmels. Von hier hat man zudem einen weiten Blick über das gesamte Areal. Lernen findet an diesem Gymnasium nicht nur in klassischen Räumen statt, sondern dank eines engagierten Astronomielehrers auch über den Horizont hinaus...

„Unsere Sternwarte stellt für die Region und die Schullandschaft einen ganz besonderen ‚Leuchtturm‘ dar.“
Oberstudiendirektor Olaf Hofschulz, Schulleiter Einstein Gymnasium

Außen hell, innen warm

Das Gebäude wurde in Massivbauweise errichtet und präsentiert sich als heller Putzbau. Ein Wechsel aus großformatigen Verglasungselementen und geschlossenen Paneelen verleiht dem Neubau Leichtigkeit und Lebendigkeit. In den Innenräumen dominieren warmtonige Holzoberflächen und farbige Holzwerkstoffe in Gelb- und Grautönen; im Foyer und in der Mensa liegt ein Bodenfliesenmosaik aus recyceltem Vinyl. Klassenräume und Flure tragen Linoleum, Holzwerkstoffe und Akustikdecken, Wände helle Putzoberflächen.

„Die Arbeit ist durch ihren sachlichen und zugleich leichten Auftritt geprägt. Dabei gelingt es, mit dem geplanten Erweiterungsbau das Bauensemble zu ordnen und eine verbindende Gestalt zu entwickeln. […]“
Juryprotokoll, 1. Preis Beschränkter Wettbewerb

Fakten

  1. Auftraggeber Landkreis Märkisch-Oderland
  2. Team Dirk Bertuleit, Sandra Töpfer, Anno Lingens, Simon Bagge, Jana Jerie, Felix Spangenberg, Daniel Steinberg, Dennis Venohr, Katrin Wünsche, Tobias Franke (Bauleitung)
  3. Ort Neuenhagen bei Berlin
  4. Planungszeit 2015–2020
  5. Leistungen LPH 2-8 HOAI als Generalplaner
  6. Fotos Werner Huthmacher

Auszeichnungen

  1. 2015 1. Preis, Beschränkter Wettbewerb

Presse

  1. Architektur Berlin, Band 9, Braun Publishing – 2020