Umbau eines ehemaligen DDR-Ferienhauses
Wie sich ein kleines DDR-Ferienhaus durch zwei simple Eingriffe in einen luftigen Bungalow am Meer verwandelt — und das Leben in die Landschaft öffnet.
Zwischen Ostsee und Bodden gelegen, ist das Fischland-Darß ein weiter, großzügiger Landschaftsraum. In Ahrenshoop steht zwischen den Dünen ein kleines Ferienhaus aus DDR-Zeiten, dessen Umbau einen Raum schaffen sollte, der das Gefühl vermittelt, in der Landschaft zu wohnen. Statt eines Anbaus oder Abrisses genügten hier zwei einfache Eingriffe, die das Vorhandene öffnen und eine ganz neue Verbindung von Architektur und Landschaft ermöglichen.
Im ersten Schritt wurden alle nicht tragenden Wände und Decken im Haus entfernt und beide Giebelseiten in voller Höhe geöffnet. Um den Raum vor, in und hinter dem Haus zu vereinen, wurde eine 30 Meter lange Holzplattform durch das Haus gelegt – eine Analogie zur nahegelegenen Seebrücke. Sie wird im Innenraum auf beiden Seiten von hellen, funktionalen Einbauten flankiert und bleibt eine freie, funktional unbestimmte Fläche — je nach Tages- und Jahreszeit unterschiedlich nutzbar.
Im zweiten Schritt wird das Haus von einem Rankgerüst überspannt, an dem die Pflanzen des Gartens von beiden Seiten über dem Dach aus Wellblech zusammenwachsen können. Aus dem festen Volumen wird so eine organische Form: Das Haus wird Teil des Gartens, der Garten wird Teil des Hauses.
„Mit Rankgerüst und Plattform haben wir aus einem kleinen Bestandshaus ein Wohnen geformt, das die Schwelle zwischen Innen und Außen fast aufhebt. Das Fischland kommt durch das Haus hindurch, und das Haus geht in das Fischland hinein.“
Unten gemeinschaftliches Leben – oben private Loge: Im Gegensatz zur Offenheit des Hauptraums liegt der Schlafraum als kleines, zurückgezogenes Zimmer im Obergeschoss; erreichen lässt er sich nur über eine Leiter. Ein Duschbad schließt sich an den Schlafraum an, das WC verbirgt sich im Einbaumöbel des Hauptraums.