Ein Haus für alle Fälle

Ein Haus für alle Fälle

Zentrum für den Katastrophenschutz

Projektname Katastrophenschutzzentrum Ludwigsburg
Jahr 2025
Ort Asperg
Preise 1. Preis, Beschränkter Wettbewerb
Katastrophenschutzzentrum Ludwigsburg

Wie ein Haus für Krisenfälle aus der bestehenden Topografie heraus wächst — und einen Ort schafft, der bereit ist, wenn's drauf ankommt.

Eine Aufgabe mit Anspruch

Ein Katastrophenschutzzentrum ist kein gewöhnliches Gebäude. Es muss funktionieren, wenn andere Strukturen versagen: schnell zugänglich, klar organisiert und belastbar. Gleichzeitig ist es ein Arbeitsort für Menschen, die hier nicht nur im Einsatzfall, sondern täglich ein- und ausgehen. Unser Entwurf behandelt beide Anforderungen gleichwertig und so entwickelten wir ein typologisch klar umrissenes Bauensemble, das zudem auf die unterschiedlichen Bedingungen und Potenziale seiner Umgebung reagiert.

Das Gelände entscheidet

Der Baukörper gliedert sich in zwei Teile: einen eingeschossigen Sockel, der die Höhenunterschiede des Geländes aufnimmt und sich aus dem natürlichen Verlauf der Topografie entwickelt, sowie einen viergeschossigen Baukörper mit Teilunterkellerung, der darauf ruht. Die niedrige Fahrzeughalle bettet sich in das ansteigende Gelände im Süden ein.

Aus dem Umgang mit der Topografie entsteht eine natürliche Zonierung des Außenraums: Im Osten empfängt ein leicht erhöhter Vorplatz Mitarbeitende und Besucher am Haupteingang. Im Norden liegen die Stellplätze. Im Westen führt eine Rampe zur Anlieferung von Lager und Küche. Im Südosten schließlich liegt — bewusst abgetrennt — die Zufahrt für Einsatzfahrzeuge zur Fahrzeughalle.

Flexibel und anpassungsfähig

Das Gebäude wird in Holz-Hybridbauweise gebaut und ist zukünftigen Änderungen gewachsen: Tragende und ausfachende Bauteile sind klar voneinander getrennt; Innenwände aus Brettsperrholz, Mauerwerk oder Trockenbau können reversibel eingesetzt und künftig angepasst werden. Die Bürotrennwände sind durchweg nicht tragend; die räumliche Organisation bleibt damit flexibel, auch wenn sich Nutzungen verschieben. Diese Offenheit ist beabsichtigt: Ein Zentrum für den Katastrophenschutz muss auf Unvorhergesehenes reagieren können — auch im eigenen Inneren.

Außen schlicht, innen warm

Die Außenfassade wechselt zwischen Holzrahmenbauelementen mit vorgehängten, hinterlüfteten Aluminiumtafeln, gefertigt mit hohem Recyclinganteil, und dreifachverglasten Pfosten-Riegel-Konstruktionen. Die horizontale Gliederung und die differenziert gestalteten Fassaden von Fahrzeughalle und Hauptgebäude schaffen ein ruhiges, zusammenhängendes Erscheinungsbild. Im Inneren finden sich natürliche Holzoberflächen in Schulungsräumen, Büros, Kantine und den Bereichen des Katastrophenschutzes.

Fakten

  1. Auftraggeber Landkreis Ludwigsburg
  2. Team Tim Bauerfeind, Dirk Bertuleit, Karoline-Sophie Eisenbrand, Roland Herpel, Karolina Kotyrba, Marlene von Kujawa, Laura Pfarr, Daniel Steinberg
  3. Ort Asperg
  4. Planung seit 2025
  5. Visualisierung Katarzyna Cichecka

Auszeichnungen

  1. 2025 1. Preis, Beschränkter Wettbewerb