Ein Multifunktionsbau für die Gemeinde St. Anna
Wie zwei veraltete Kindergärten einem gemeinsamen Neubau Platz machen — und die Gemeinde dabei noch enger zusammenwächst.
Die Katholische Kirchengemeinde St. Anna unterhielt in Ratingen zwei Kindergärten – beide sanierungsbedürftig und nicht auf die Betreuung von Kleinkindern ausgelegt. Das Erzbistum Köln und die Gemeinde entschlossen sich zu einem klaren Schritt: Die bestehenden Standorte werden aufgegeben, an ihrer Stelle entstehen ein neues Pfarrheim und eine Kindertagesstätte mit vier Gruppen.
Der Komplex besteht aus zwei T-förmig angeordneten Baukörpern, die durch eine gemeinsame Überdachung miteinander verbunden sind: Im eingeschossigen Teil findet das Pfarrheim seinen Platz, im zweigeschossigen die Kita. Die Fassade zeigt sich überwiegend in Backstein, wechselt jedoch unter dem Dach zu vertikal verlegten Holzlamellen – ein feiner Materialwechsel, der den Eingangsbereich kennzeichnet und die beiden Nutzungen voneinander abhebt.
Eine besondere Geste findet sich im Eingangsbereich: Zwei große runde Auslässe im Verbindungsdach öffnen den Blick nach oben, direkt zum Kirchturm. Diese architektonische Besonderheit macht die Zugehörigkeit des Gebäudes zur Kirchengemeinde St. Anna sichtbar, noch bevor man das Haus betreten hat.
In der Kita erhält jede der vier Gruppen einen eigenen Gruppen-, Schlaf- und Sanitärraum, während der weitläufige Garten allen gemeinsam zur Verfügung steht. Große Fenster öffnen die Räume ins Grüne, lassen viel Licht hinein und schaffen einen unmittelbaren Bezug zum Außenraum. Dank der neuen Räumlichkeiten können nun auch Kinder ab vier Monaten aufgenommen werden – ein Angebot, das es an den alten Standorten so nicht gab.
Im Inneren prägen helle, reduzierte Farben die Atmosphäre. Deckenbekleidungen aus Holzwolleakustikplatten und Linoleumböden sorgen für ein natürliches, angenehmes Raumklima. Im eingeschossigen Pfarrheim weitet sich die Dachform über dem Gemeindesaal sattelförmig auf und schenkt dem Raum Großzügigkeit und Weite.
Die Räume der Kindertagesstätte stehen auch für andere gemeindliche Aktivitäten offen. So wird aus dem Neubau mehr als nur eine Betreuungseinrichtung – er verankert sich fest im Leben der Kirchengemeinde.