Wohnen zwischen Weitblick und Rückzug
Wie sich ein privates Wohnhaus nach außen verschlossen zeigt — und im Inneren mit eingeschnittenen Patios Licht und Leben reinlässt.
Die Aufgabe war klar umrissen: Die Auftraggeber wünschten sich einen Wohnort, der kompakt, privat und modern zugleich ist. In Freital, südwestlich von Dresden gelegen, steht nun ein Haus im Maßstab eines Bungalows der 1960er Jahre — jedoch mit einer anderen Botschaft: Kompaktheit statt Ausdehnung, Zurückhaltung statt Repräsentation. Das private Wohnhaus ist als eingeschossiger, weißer Kubus auf einer Ebene konzipiert und entwickelt seine räumlichen Qualitäten nach innen, statt nach außen.
Die straßenseitigen Innenräume schotten sich zum Ort hin vollständig ab und gewähren keine Einblicke in den privaten Wohnraum. Wer vorbeigeht, sieht eine glatte, ruhige Wand — kein Fenster, keine Geste nach außen. Aus dieser Verschlossenheit gewinnt das Haus seine Intimität: Was innen geschieht, bleibt innen.
Bad, Schlaf- und Gästezimmer werden indirekt über eingeschnittene, begrünte Patiohöfe belichtet. Die Höfe schneiden sich von oben in das Volumen ein und holen Jahreszeiten und Himmel in jene Räume, die sich der Straße entziehen. So entsteht eine Wohnsituation, die das Leben ungezwungen stattfinden lässt – ohne sich nach außen zu öffnen.
Nach Süden öffnet sich der vollständig verglaste Wohn- und Essbereich großzügig zum Garten und weitet den Raum visuell auf. Aus dem geschlossenen Kubus wird zur Gartenseite eine durchlässige Membran: Drinnen und draußen fließen ineinander, der Garten wird zum erweiterten Wohnzimmer. Die Staffelung der Räume — vom Rückzug zur Öffnung — ist im Grundriss körperlich spürbar.
„Ein Bungalow ist ein eingeschossiger Wohnbau, der in den fünfziger und sechziger Jahren oftmals signalisieren sollte: ‚Mein Grundstück ist so groß, dass ich nicht in die Höhe bauen muss.‘ Dieser Bungalow in Freital in Sachsen, südwestlich von Dresden gelegen, sendet hingegen andere Zeichen aus: Kompaktheit, Sparsamkeit, Zurückhaltung.“
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