Glanzstücke

Pavillons zum Üben für Musikstudierende

Video enthält KI‑generierte Visualisierungen.

Projektname Pavillons der Universität der Künste
Jahr 2019
Ort Berlin
Award 1. Preis TECU Architecture AWARD
Award Anerkennung Deutscher Fassadenpreis
Award Nominierung DAM Preis
Pavillons der Universität der Künste

Wie Out-of-the-Box-Denken manchmal wörtlich zu nehmen ist und warum Bauen im Bestand kreative Lösungen braucht.

Die Lösung im Hof

Wer ein Instrument studiert, braucht Räume zum Üben, die besonderen Anforderungen genügen. In der Universität der Künste Berlin war die Not groß: Im denkmalgeschützten Altbau fehlten Übungsräume seit Jahren. Der Auftrag lautete: kreativ werden. Wir nahmen alle denkbaren Optionen unter die Lupe – von Dachstuhl bis Keller – doch nach eingehender Prüfung schied eine Option nach der anderen aus. Die Lösung lag buchstäblich im Freien: die Bespielung der ungenutzten Innenhöfe. Die Abstimmung mit dem Denkmalamt war dabei entscheidend.

„Das Projekt stellt eine perfekte Symbiose aus Vorfertigung und Realisierung vor Ort dar, klar strukturiert, in seiner ganzen Perfektion nicht übermäßig „wichtig“ im Erscheinungsbild und von beinahe poetischer Schönheit.“
Jury, Deutscher Fassadenpreis 2020

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Einfach, schnell und gut

Die zwei symmetrischen Hofbereiche des historischen Backsteinbaus boten den idealen Standort für je einen Pavillon pro Hof. Die Anforderungen waren klar: simpel, langlebig, denkmalverträglich und schallgeschützt. Unsere Antwort waren Massivholzboxen, die im Werk vorgefertigt und schallentkoppelt auf einer Stahlbetonbodenplatte montiert wurden. Die Anlieferung und Montage der Holzboxen erfolgte reibungslos an zwei Tagen in den Ferien. Die gesamte Bauausführung war nach zehn Wochen abgeschlossen – perfekt zum Start des neuen Semesters. Insgesamt entstanden 14 neue Übungsräume, zwei davon sind mit Konzertflügeln ausgestattet.

Vorhang auf!

Nach außen hüllen sich die Pavillons in eine gewellte Fassade aus einer speziellen Kupferlegierung – golden, perforiert, schwingend. Das Gold harmoniert mit dem ockerfarbenen Backstein des Altbaus – die Begegnung zweier Zeiten auf Augenhöhe. Die Welle ist eine Analogie aus der Welt der Musik: Sie spiegelt die Bewegung eines Bühnenvorhangs wider, der auch im Inneren eine Rolle spielt – dort regeln schwere Vorhänge den Nachhall individuell. Zudem filtert die perforierte Fassade Ein- und Ausblicke: Wer innen übt, behält den Bezug zum Außenraum, jedoch ohne gestört zu werden. Am Abend, wenn die Boxen von innen leuchten, werden die Pavillons selbst zur Bühne.

Rubin trifft Royal

Jeder Pavillon hat eine eigene Identität: Der eine Flur leuchtet innen Rubinrot, der andere Royalblau. Die goldenen Raumnummern aus runden Metallplättchen stammen aus der Weiterentwicklung der hauseigenen CI und bringen das Material der Fassade nach innen.
Die sichtbaren Holzoberflächen in den Räumen schaffen eine besondere Aufenthaltsqualität. Ein eigens entwickeltes Schallschutzkonzept sorgt für eine störungsfreie Nutzung der einzelnen Räume – auch zu Stoßzeiten. Der Nachhall kann über schwere Vorhänge individuell geregelt werden.

„Im Gesamtbild bieten die Pavillons kein inszeniertes Arrangement, sondern ein vollkommen ausgewogenes Szenario – nicht aufgesetzt, sondern präzise in die gebaute Umgebung eingefügt.“
Jury, TECU Architecture Award 2022

Fakten

  1. Auftraggeber Universität der Künste Berlin
  2. Team Henning von Wedemeyer, Sandra Töpfer, Dirk Bertuleit, Anno Lingens, Marisa Horn, Jana Jerie, Dennis Venohr
  3. Ort Berlin
  4. Planungs- und Bauzeit 2019
  5. Leistungen LPH 1-8 HOAI
  6. Fotos Werner Huthmacher

Auszeichnungen

  1. 2020 Anerkennung Deutscher Fassadenpreis
  2. 2020 Nominierung DAM Preis, Long List
  3. 2022 1. Preis TECU Architecture AWARD