Kirche mit Flügeln

Kirche mit Flügeln

Ein neuer Begegnungsort für Neuperlach

Projektname Umbau und Erweiterung Lätarekirche München
Jahr 2025
Ort München
Beschränkter Wettbewerb Teilnahme
Umbau und Erweiterung Lätarekirche München

Wie sich ein neues Ensemble wie die Flügel einer Windmühle um die Lätarekirche legt — und Gemeinschaft, Pflege und Bildung an einem Ort zusammenführt.

Ein neuer Ort für das Quartier

Rund um die denkmalgeschützte Lätarekirche sollte ein identitätsstiftender Ort für gemeinschaftliches Leben und Begegnung entstehen. Der Entwurf greift den ursprünglichen Solitärcharakter der Kirche auf: Vier eigenständige, aber miteinander verknüpfte Bausteine fügen sich wie die Flügel einer Windmühle um ein zentrales Element: das Gemeindeforum, das zum verbindenden Herzstück des Quartiers wird.

Das Christophorus-Zentrum

Im Nordwesten entsteht ein völlig neuer Baukörper: ein flaches, begrüntes Plateau mit einem zurückversetzten, quadratischen Aufbau. Im Inneren gruppieren sich Bildungslokal, Gesundheitstreff und ein offenes Café um einen zweigeschossigen Veranstaltungssaal; darüber ordnen sich Pflegezimmer und therapeutische Räume ringförmig um einen „Inneren Garten der Stille“. Im obersten Geschoss liegen vier Wohnungen mit gemeinschaftlichen Dachgärten. Gemeinschaft, Pflege, Bildung und Rückzug finden hier unter einem Dach zusammen.

Gemeindehaus und Kirche

Das bestehende Gemeindehaus bleibt erhalten und wird durch eine zweigeschossige Holzaufstockung mit „hängenden grünen Gärten“ zur Straße hin erweitert. Diakonie, Offene Behindertenarbeit und eine Heilpädagogische Tagesstätte ziehen ein, deren Dach zur grünen Spiellandschaft für die Kinder wird. Die Lätarekirche selbst bleibt unverändert und wird denkmalgerecht saniert; ein niedriger Anbau ergänzt Pfarrbüro und Küche, ein neuer Turm macht den Standort weithin sichtbar.

Freiraum, Material und Klima

Der Kirchhof wird durch Gärten, Sitzstufen und Rampen zum barrierefrei erschlossenen Gemeindeforum aufgewertet; drei Pergolen verbinden die Baukörper und spenden Schatten. Die Fassaden der Neubauten erhalten wartungsfreie, vollständig recycelbare Keramikverkleidungen in einem rötlich-beigen Farbton, der Eigenständigkeit und Ensemblecharakter zugleich wahrt. Eine Holzhybridkonstruktion ersetzt weitgehend den Ortbeton und wirkt als CO₂-Speicher; begrünte Dächer mit Photovoltaik verbessern das Mikroklima und verzögern den Regenwasserabfluss.

Fakten

  1. Auftraggeber Evang.-Luth. Dekanatsbezirk München, vertreten durch das Kirchengemeindeamt
  2. Team Sandra Töpfer, Karolina Kotyrba, Emma Stößel, Lasse Voss
  3. Landschaftsarchitektur H+ Landschaftsarchitektur
  4. Ort München
  5. Wettbewerb 2025