Skulpturales Wohnhaus aus Klinker und Holz
Wie ein Eckhaus in Düsseldorf-Oberkassel sich im Klinker seiner Nachbarn kleidet — und mit weit aus der Giebelfassade greifenden Kastenfenstern selbstbewusst die Reihe anführt.
Das letzte Grundstück an der Düsseldorfer Straße lag lange brach, die zusammenhängende Häuserzeile endete mit einer Brandwand – es war an der Zeit, der tristen Ecke ein Gesicht zu geben. Das Wohnhaus Hector bildet nun das Kopfgebäude der prominent liegenden Reihe im Stadtteil Oberkassel. Das Projekt unterliegt wie üblich den engen städtebaulichen Festsetzungen der Stadt: Trauf- und Firsthöhe sind vorgegeben, ebenso die Materialwahl der Straßenfassade. Aus dieser Enge entsteht der Entwurf als selbstbewusste Antwort: Das Haus fügt sich ein und findet dennoch seine eigene Stimme.
An der Giebelfassade befreit sich das Gebäude mittels weit aus der Fassade auskragender Kastenfenster von den städtebaulichen Vorgaben und findet sein charakteristisches Äußeres für die Randbebauung. Die Kastenfenster sind das architektonische Merkmal des Hauses. Sie heben das Gebäude aus der Reihe heraus, ohne dabei auszubrechen.
Das Wohnhaus fasst zwei große, übereinander angeordnete Maisonettewohnungen mit jeweils rund 160 Quadratmetern. Die Kastenfenster erweitern dabei den sich über die gesamte Haustiefe erstreckenden Wohnraum in der Breite, gliedern ihn und schaffen kleine, eigene begehbare und bewohnbare Räume, etwa Fensterzimmer im Wohnraum.
Die Materialität der vorhandenen Klinkerfassaden der Nachbargebäude wird aufgenommen, um die Ecke zur Giebelfassade fortgeführt und läuft in der grundstücksbegrenzenden Stützmauer aus. Auf der Gartenseite legt sich eine andere Hülle um den Bau: Konstruktion und Verkleidung in Holz, die mit dem grünen Innenbereich des Blocks korrespondiert. Aus Stadt und Garten werden zwei Fassaden, zwischen denen das Haus vermittelt.
Wer von der belebten Straßenseite aus das Haus betritt, gelangt auf der anderen Seite in den ruhigen, tiefer gelegten Garten mit viel Grün. Die weiter höher gelegenen Terrassen ermöglichen einen Blick auf den nahegelegenen Rhein - so gelingt der Übergang vom urbanen Getümmel zur Natur ganz leicht.